Die Heimatlandschaft ALTVATER

                                                                                                                                                                                         (Quelle: Unbekannt)


Umfasst die vier schlesischen Heimatkreise Freiwaldau, Freudenthal, Jägerndorf und Troppau sowie die vier mährischen Heimatkreise Bärn, Mähr. Schönberg, Römerstadt und Sternberg. 1939 lebten hier auf 4.643 qkm in 445 Gemeinden nördlich und südlich des Altvatergebirges 464.000 überwiegend deutsche Bewohner. Im Durchschnitt betrug der deutsche Bevölkerungsanteil 87,6%, in den vorgenannten schlesischen Heimatkreisen 99,1%, 99,3%, 98,8% und 60,4%, in den mährischen Kreisen 98,8%, 84,1%, 99,5% und 88,4% (Daten nach der Volkszählung vom 17.05.1939). Der 100 km lange Zug des Altvatergebirges zwischen Glatzer Kessel und Mährischer Pforte mit dem 1.492 m hohen ALTVATER ist europäische Hauptwasserscheide und seit Jahrhunderten Grenze zwischen Mähren und Schlesien. Für die Menschen im Norden und Süden ist das Gebirge jedoch das verbindende Element. Die Berge aus Urgestein (Gneis, Granit, Schiefer, Grauwacke) wurden durch die Verwitterung von Jahrmillionen zu sanften Kuppen abgerundet. Ausgedehnte Fichten- und Tannenwälder steigen bis zur Baumgrenze bei 1.200 m auf. In den offenen Randgebieten sind Ablagerungen mit guten Ackerböden zu finden. Den besonderen Reiz der Landschaft geben die Verse von Eichendorffs trefflich wieder: „O Täler weit, o Höhen …“ In das ursprünglich zusammenhängende Waldland wurden im 12. Jahrhundert deutsche Siedler gerufen. Sie rodeten an Flüssen und Bächen aufwärts und legten langgestreckte Waldhufendörfer an. 1213/1214 wurden Freudenthal und Troppau als Städte nach deutschem Recht erwähnt. Deutsche Bergleute erschlossen die Bodenschätze in Gold- und Silbergruben. In den beiden letzten Jahrhunderten entwickelte der Fleiß der Bewohner aus den mit dem bäuerlichen Leben verbundenen Handwerken eine breitgefächerte Industrie, getragen meist vom Bürgertum der Städte. Spitzenbetriebe waren über Europa hinaus z.T. weltweit bekannt. Die Geschichte der Heimatlandschaft ist nach steinzeitlicher, keltischer und germanischer Bedielung seit der Völkerwanderungszeit eng mit den danach slawisch besetzten Gebieten verknüpft. Seit dem 12. Jahrhundert ist unser Gebiet jedoch Teil des Römisch-Deutschen Reiches. 1526 kam es mit dem Königreich Böhmen in Lehensabhängigkeit von den Habsburgern (bis 1806). Ab 1815 Teil des Deutschen Bundes, bis der deutsch-deutsche Krieg von 1866 bei Königgrätz die Gewichte verschob, nachdem schon 1742 der größte Teil Schlesiens an Preußen verloren gegangen war. Mit den Pariser Vorortsverträgen entschied sich auch das Schicksal unserer Heimatlandschaft. Sie erlebte 1918/1919 die gewaltsame Eingliederung in die neu gegründete Tschechoslowakei, in der den deutschen Bewohnern die Selbstbestimmung verwehrt wurde. Die bald einsetzende tschechische Unterwanderung vermochte jedoch den deutschen Charakter des Altvaterlandes nicht zu verändern. 1938 wurde die Heimatlandschaft zusammen mit dem übrigen Sudetenland Teil des deutschen Reiches. 1945 verloren auch die Deutschen des Altvaterlandes durch die menschen- und völkerrechtswidrigen Benesch-Dekrete alles Hab und Gut, und die Vertreibung mit Völkermord entriss ihnen die in Jahrhunderten kulturell hochentwickelte angestammte Heimat. Missachtung des Selbstbestimmungsrechtes. 21.10.1918 Die Provisorische Nationalversammlung für Deutschösterreich beansprucht die Gebietsgewalt über die deutschen Siedlungs- Gebiete. 28.10.1918 Die tschechischen Gebiete der Kronländer Böhmen, Mähren und Schlesien (52 Tsd. Qkm) reißen sich vom Habsburgischen Gesamt- Staat los, beanspruchen aber auch die deutschen Gebiete (27 Tsd.qkm mit 93% Deutschen, davon 4 Tsd.qkm des Altvaterlandes) 30.10.1918 Das Gebiet „Sudetenland“ (Westschlesien, Nordmähren und Nord- Ostböhmen mit 5592 qkm und 95% Deutschen) konstituiert sich als Bestandteil Deutschösterreichs (Deutschböhmen am 29.10. und Südmähren am 3.11.) 4.3.1919 Erste Tschechische Besatzungstruppen erschießen bei friedlichen Demonstrationen 54 Männer, Frauen und Kinder in den Sudetengebieten (davon 16 in Sternberg) – alljährliches Gedenken zum Tag des „Selbstbestimmungsrechtes“. 10.9.1919 Mit dem Vertrag von St. Germain fallen die Sudetengebiete an den Vielvölkerstaat Tschechoslowakei, der sie bis dahin völkerrechts- widrig annektiert hatte. Der Minderheitenschutzvertrag verpflichtet den neuen tschechischen Staat „allen Einwohnern ohne Unterschied der Geburt, Staatsangehörigkeit, Sprache, Rasse oder Religion vollen und ganzen Schutz von Leben und Freiheit zu gewähren“.- In Wirklichkeit betrachten sich die Tschechen als alleiniges Staatsvolk. 1921 15.2. Volkszählung. Dabei kommt es zu Manipulationen, um die Zahl der Deutschen möglichst niedrig zu erhalten. Eine parlamentarische Eingabe von deutscher Seite mit der Bitte um Klärung dieser Angelegenheit wurde nicht beantwortet. Bei der Volkszählung in der Tschechoslowakei werden gezählt: 6.796.343 Tschechen, 3.123.568 Deutsche, 75.853 Polen, 180.855 Juden,1.967.870 Slowaken,745431 Magyaren, 461.849 Ukrainer, 25.871 andere. 1929 – 1933 Von der Weltwirtschaftskrise sind hauptsächlich die Sudeten- deutschen Gebiete betroffen. Im Staat gibt es 800.000 Arbeits- lose, davon sind etwa 500.000 Sudetendeutsche. 21.9.1938 Die CSR-Regierung nimmt in einer Note die „anglofranzösischen Vorschläge“ auf Abtretung der Sudetengebiete an (Modalitätenregelung durch das Münchner Abkommen vom 29.09.1938). 16.03.1939 Völkerrechtswidrige Annexion des Reichsprotektorates Böhmen Und Mähren durch das Deutsche Reich. Ab Mai 1945 Verfolgung, Vertreibung und Enteignung der Sudetendeutschen; 241.000 Tote.- Seit 1950 Fortlaufende Missachtung des Selbstbestimmungsrechtes; DDR-CSR Abkommen 23.06.1950. Prager Vertrag 11.12.1973 Deutsch-Tschechischer Nachbarschaftsvertrag 27.2.1992 Deutsch-Tschechische Erklärung 21.1. 1997